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Die UNESCO schreibt über uns

Geschrieben von VS Klein St. Veit. Veröffentlicht in News

Bildung für nachhaltige Entwicklung will Kompetenzen und Einstellungen entwickeln, damit wir so handeln können, dass zukünftige Generationen eine lebenswerte Welt vorfinden. Sie hat nicht nur die Vermittlung von Wissen zum Inhalt, sondern geht darüber hinaus – ist handlungsorientiertes und gesellschaftspolitisches Lernen. Nachhaltige Bildung fördert die Identifikation mit dem eigenen Lebensraum, dem regionalen Umfeld ebenso wie mit der Welt als Ganzes. Respekt steht im Mittelpunkt dieser Bildung – Respekt sich selbst gegenüber, für andere Menschen, andere Kulturen und für die nachfolgenden Generationen. Das Verständnis für Unterschiede wird erfahren und ein Interesse für Vielfältigkeit entwickelt.

Bildung für nachhaltige Entwicklung kann gar nicht früh genug beginnen. Sie setzt in den ersten Lebensjahren ein, wenn Fragen und ein Bewusstsein über die eigene Rolle in der Gemeinschaft bei Kindern beginnen, können die Weichen für eine nachhaltige Lebensweise schon bei den Kleinsten gestellt werden. 

Eine Volksschule in Kärnten setzt hier an und lehrt nicht nur Lesen und Schreiben, sondern vermittelt auch Gerechtigkeitssinn, Dialogbereitschaft und Verständnis für verantwortliches Handeln.

In der Volksschule Klein St. Veit in Kärnten gehört Bildung für nachhaltige Entwicklung zum Schulalltag. In dieser Schule wird Wert auf sorgsamen Umgang mit der Umwelt gelegt, im schuleigenen Garten wird Gemüse gepflanzt und für die gesunde Jause verwendet, das Feuchtbiotop, der Schulgarten und der öffentliche Dorfplatz vor der Schule, der zu einem großen Spiel- und Begegnungsraum umgestaltet wurde, bieten eine Umgebung, in der die Kinder einen verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Lebenswelt üben und entwickeln können.

Die Schule bietet Lern- und Lebensraum für etwa 40 SchülerInnen. Es gibt zwei Klassen, in der jeweils zwei Schulstufen integriert sind. In diesem Umfeld wird jedes Kind als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen, mit all seinen Stärken und Schwächen. Die Kinder lernen, ein Teil einer Gemeinschaft zu sein. Sie erfahren, dass sie mit ihren eigenen, guten Eigenschaften anderen nützen und helfen können. Sie lernen zu beobachten, Unterschiede wahrzunehmen und die Vielfalt der Menschen zu schätzen. 

In Verbindung von Kunst und sozialem Lernen, von Sprache und bildnerischem Gestalten, bieten sich zahlreiche Möglichkeiten für die Kinder, sich auszudrücken. Die Kinder haben gemeinsam mit dem ortsansässigen Künstler Norbert Glantschnig, den Platz vor der Schule gestaltet und den Schuleingang verschönert: mit einem symbolischen Baum – in seiner Krone gibt es viele Blüten, in welche ein Foto jedes Schulkindes eingesetzt wurde. In den Blättern rundherum haben die Kinder ihre wertvollen Eigenschaften, wie auch gelungene Vorhaben und persönliche Erfolge, geschrieben.

„Über die Selbsteinschätzung, zu einem guten Selbstverständnis und Selbstbewusstsein, zu einer gesunden Identität und dadurch zu einer Wertschätzung für andere und der eigenen Umgebung“ – so fasst die Schulleiterin und Initiatorin des Projektes, Irene Toegel, die pädagogische Leitlinie zusammen.

Alles, was dafür nötig ist, steckt in den Kindern selbst: Neugierde und Staunen, Offenheit und Phantasie und nicht zuletzt, die Begeisterung zu lernen. Frau Toegel wurde übrigens 2011 als „Zukunftslehrerin“ ausgezeichnet, einem Ehrenpreis für PädagogInnen mit besonderem Engagement in der Gestaltung eines positiven und lernfreudigen Schulklimas.

PädagogInnen und Eltern, eben „Erwachsene“ sind die Vorbilder für Kinder. Daher sollten sie sich in der Erziehung, der scheinbar so kleinen Gesten und Worte im Alltag und ihrer Auswirkungen für die Zukunft, bewusst sein.

 

Auf der Homepage der Volksschule von Klein St. Veit steht ein Text, der von einer tibetischen Schule stammt:

 

„Wenn ein Kind kritisiert wird, lernt es zu verurteilen, …

wenn ein Kind beschämt wird, lernt es, sich schuldig zu fühlen, …

wenn ein Kind verstanden und toleriert wird, lernt es geduldig zu sein,

wenn ein Kind geborgen lebt, lernt es zu vertrauen“.

 

Der Text zeigt in einfachen Worten die Gedanken, die hinter dem

„Wir-sind-die-Blüten“ - Konzept steht.

Es ist ein herausragendes Beispiel für nachhaltige Bildung, denn die Gestaltung eines lebenswerten Lebens und der Zukunft, setzt eine gefestigte persönliche Identität, ein ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl und einen offenen, wie auch differenzierten Blick auf das Ganze, voraus.